Allenthalben erklingen Lieder, die in den Köpfen Bilder von Kerzen, einem geschmückten Baum oder einem Herrn in roter Kutte aufleuchten lassen. Zeit, um auch Nase, Mund und Magen einzustimmen – mit selbstgemachten Lebkuchen.

Der Spaziergang beim Regen glich einem Beutezug: Der Wind fegte eifrig Blätter von den Bäumen und wirbelte sie umher. Von einem Baum aber fielen einige Anhängsel schnurstracks nach unten: Walnüsse. Die Jungs tobten durch die Laubberge und sammelten den Eichhörnchen gleich eine stattliche Anzahl an Nüssen. Auf dem Heimweg hatten beide große Fragezeichen auf der Stirn und steckten immer wieder die Köpfe zusammen. Kaum zu Hause angelangt, platze es aus beiden heraus: „Können wir aus den Nüssen eigene Lebkuchen machen?“ Eine Frage, auf die es nur eine Antwort gibt: „Aber klar doch.“

Also gingen wir durch, was in den Schränken und Schubladen noch so alles an möglichen Zutaten ist, glichen es mit unserem Rezept ab und mussten nur noch einmal flugs zum Supermarkt um die Ecke: Marzipan hatten wir nicht mehr. Theoretisch geht es auch ohne, doch Carl bestand darauf.

Wieder zurück, teilten wir auf, wer sich um was kümmert. Da wir zwei Varianten unserer Walnuss-Lebkuchen zubereiteten, war das Aufteilen einfach: Jeder der Jungs nahm sich eine Sorte der getrockneten Früchte, wog sie ab und gab sie bei händischer Anleitung in einen Zerkleinerer. Da Aprikosen beim Zerkleinern zum Manschen neigen, gaben wir einen Esslöffel Zucker hinzu, was die gewünschte Konsistenz ergab.

Carl mag keine Kirschen. Folglich sind diese Früchte nicht unter unseren Vorräten, dafür aber Cranberrys. Beide taten ihre fein gehackten Früchte in Rührschüsseln und machten sich an den nächsten Schritt.

In eine weitere Rührschüssel kamen die aufgeschlagenen Eier – jeder durfte eins hineingeben und erinnerten sich an den Rat der Oma: Nicht auf einer Kante aufschlagen, sondern besser behutsam auf dem flachen Tisch, dann lässt sich die Schale über der Schüssel einfach aufklappen. Zu den Eiern kamen der Zucker und zwei Prisen Salz. Abhängig von der Größe der Eier sollte es mehr oder weniger Zucker sein. Danach ging‘s ans Rühren der Masse, was jeder der Jungs für etwa fünf Minuten übernahm.

Im nächsten Schritt gaben beide jeweils die Hälfte der Eiermasse zu den Früchten. Seinen Cranberry-Teig ergänzte Carl mit dem zerkleinerten Marzipan und den gehackten Nüssen, Ben versah seine Aprikosen mit den gemahlenen Nüssen und der Schokolade – er hat dafür eine Stück weiße Kuvertüre-Schokolade genommen, die er mit einer groben Raspel zerkleinert hat – auf die Finger achten!

Inzwischen war es Abend und der Teig brauchte Ruhe. Wenigstens sechs Stunden soll er kalt stehen, ein knapper Tag schadet aber auch nicht. Am nächsten Nachmittag heizten wir den Backofen auf etwa 160 Grad bei Umluft vor. Jeder der Jungs hatte ein Backblech mit Backpapier vor sich sowie einen Stapel mit runden Oblaten. Da wir nur über einen Spritzbeutel verfügen, kamen vier Löffel und zwei große Tassen mit etwas Wasser auf den Tisch.

Zutaten Walnuss-Lebkuchen

  • 50 – 70 g getrocknete Aprikosen
  • 40 – 60 g getrocknete Kirschen oder Cranberrys
  • 20 bis 35 g Marzipan
  • 2 Eier
  • 2 Prisen Salz
  • 100 – 120 g Rohrzucker
  • 1 El Lebkuchengewürz
  • 60 – 80 g gehackte Wallnusskerne
  • 60 – 80 g gemahlene Wallnusskerne
  • 30 – 50 g gehackte oder gehobelte Schokolade

Für die Glasur

  • 40 – 50 Gg Puderzucker
  • 1 Teelöffel Zitronensaft
  • oder Kuvertüre nach Lust und Laune
  • Verzierung mit halbierten Mandeln, Kokosflocken und bunten Zuckerstreuseln.

Ben machte den Auftakt: Er feuchtete beide Löffel in der Tasse an, nahm mit einem eine knapp tischtennisballgroße Menge Lebkuchenteig auf und schob sie mit dem anderen auf eine Oblate. Mit dem erneut angefeuchteten Löffel verteilte er die Masse gleichförmig auf dem Oblaten-Träger und strich sie glatt. Diese ging nun Teigbällchen für Teigbällchen weiter, bis auf jedem Blech ein Dutzend Lebkuchen geformt waren. Um beim Naschen nicht nach einem Teil schon am Ende zu sein, sind kleinere Oblaten mit einem Durchmesser von vier Zentimetern zu empfehlen. Nachdem alle Lebkuchen geformt und geglättet waren, kamen die beiden Bleche in den Ofen, wo sie zwischen 15 und 20 Minuten buken.

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Ben und Carl kontrollierten nach gut zehn Minuten abwechselnd, dass der Teig eine schöne bräunliche Färbung annimmt, aber nicht zu dunkel gerät. Nach knapp 17 Minuten zogen wir die Bleche heraus und stellten sie zum Abkühlen auf den Küchentisch – wegen der Hitze des Bleches immer mit Untersetzer.

Umgeben von einem weihnachtlich gewürzten Duft in der Küche ging es ans Vorbereiten der nächsten Schritte: Die Lebkuchen waren zu glasieren. Ben entschied sich für zwei Reste an Schokoladenglasur: Zartbitter und Vollmilch. Beide Schokoladenwürfel kommen bei schwacher Hitze in kleine Töpfchen und werden regelmäßig gerührt, bis die Schokolade geschmolzen ist. Das Kochfeld lieber niedriger schalten, sonst brennt die Schokolade an: Das riecht nicht gut und ruiniert die Glasur. Ist die Schokolade verflüssigt, ist sie mit einem Pinsel auf die Lebkuchen zu streichen. Zur Verzierung können in die noch warme Schokolade halbierte blanchierte Mandeln oder Kokosflocken gegeben werden.

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Carl mag Zitronen und entschied sich für die zweite Glasur-Variante: Puderzucker mit warmem Zitronensaft gründlich verrühren, bis er eine geschmeidige, aber zähflüssige Konsistenz hat. Dann die Lebkuchen damit bestreichen. Die noch flüssige Glasur lässt sich verzieren mit bunten Zuckerstreuseln, aber vielleicht finden sich noch gehackte Pistazienkerne oder es sind ein paar getrocknete Cranberrys übrig, die sich halbieren und auf die Lebkuchen drücken lassen.

Nach zwei, drei Stunden sollten die Glasuren trocknen sein, Zeit für eine erste Kostprobe und Oma Sigrids Hinweis: Lebkuchen schmecken erst richtig gut, wenn sie einige Zeit in einer Dose geruht haben. Damit keine Glasur kleben bleibt, die Lebkuchenlagen mit Butterbrot- oder Backpapier voneinander trennen.

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Rezepte für Lebkuchen finden sich im Netz zuhauf. Die großen Portale wie Chefkoch, Küchengötter oder Pinterest liefern Stoff für viele Feste. Uns haben von den Rezepten sehr gut gefallen die Seiten eines fränkischen Kochportals und das Rezept von Marc Kimmerle.

kakü